Erlauer Tümmler Hochflieger Teil 2
Von Helmut Ostwald Hohenhameln
Mit unserem Gastgeber und Erlauer Tümmler Züchter Alojos Knopp besuchten wir
täglich mehrere Züchter, welche Erlauer Tümmler hielten, aber hauptsächlich Budapester Hochflieger züchteten und flogen. Ein weiterer Erlauer Züchter hatte weit über 200 Erlauer Tümmler für den
Flugsport, somit geordnet für den Flugsport untergebracht in einem größeren Gebäude auf seinem Grundstück. Auch diese Tauben wurden uns bei Flugvorführungen vorgeflogen in recht großen
Flugschwärmen, leider flogen alle Schwärme je unter eine halbe Stunde nur in unterer Höhe meistens nur zwischen 15 und 20 Minuten Flugzeit.
Beim 1. Vorsitzenden vom Verein der Budapester Hochflieger in Erlau (Eger)
waren wir für einen Abend eingeladen zum Gespräch und Abendbrot.
Obwohl die ungarische Sprache äußerst schwer ist, konnten wir uns immerhin ausreichend über unser Tauben-Hobby verständigen.
Einen Spätnachmittag verbrachten wir gemeinsam mit Erlauer und Budapester Taubenzüchter (vom Verein) auf dem Grillplatz vor den Weinkellern welche im Speckstein
ausgehauen wurden vor ca. 300 Jahren. Einen Abend mit Taubenfreunden im Weinkeller von Alojos Knopp, bei gutem Essen aus einem großen Kessel übers offene Feuer und reichlich ungarischem
Wein.
Unser Aufenthalt in Erlau neigte sich dem Ende zu und so erwarb Werner Hoidis
von Alojos Knopp 14 Erlauer Tümmler und verstaute diese in der angefertigten Transportbox tief unten im Kofferraum des Pkw,s und ich kaufte Budapester Hochflieger vom Ungarischen Meister Tibor
Lukacs, 6,6 Zuchttiere und 6 Jungtiere, und machten uns auf die Heimreise und brachten die Tauben wohlbehalten heim.
Da ja erst die 2. Juniwoche angebrochen war, kamen die Zuchttiere sofort in den Zuchtschlag um Nachzuchttiere zu erhalten damit wir ja die Flugleistung dieser
Nachzucht hier testen können. Ende Sommer 1992 nahm Werner Hoidis mit seiner Nachzucht Erlauer Tümmler am Hochflug-Wettfliegen im Flugtauben-Verein-Niedersachsen (FVN) mit 19 gut trainierten
Erlauer Tümmler teil und erreichte den 6. Platz mit 18 Punkten in 18 Minuten in der unteren Höhe.
Im kommenden Jahr, nach laufender Auslese und die Tiere waren ja jetzt bereits
älter geworden, sogar 78 Punkte in 60 Minuten unterer Höhe und ganze 6 Minuten in mittlere Höhe. Ich habe alle Flüge selbst beobachtet; denn ich war als Hochflugrichter eingesetzt.
Das Training der Erlauer war nicht einfach, machte viel Mühe um sie überhaupt zu Flugleistungen zu bringen. Denn sie versuchen ständig wieder schnell anzufliegen
oder fliegen dicht über die Felder bis zu 4 Km-Entfernung und kommen nach einer Weile wieder in dieser sehr niedrigen Höhe zurück und versuchen wieder anzufliegen und bleiben auf dem
Hausdachfirst sitzen für einige Zeit um dann erst einzuspringen.
Nach einigen wenigen Jahren, da keine längeren und höheren Flugergebnisse sich einstellten, schaffte Werner alle Erlauer Tümmler wieder ab.
Nach dem ich als Schriftführer und Pressewart im FVN die Flugergebnisse in den
Fachzeitungen veröffentlicht hatte, trafen mehrere Anfragen beim Werner ein und so wurden die Erlauer welche für kleines Geld "verschenkt" waren, hier in der Nähe an einem Birmingham Roller
Züchter mit großer Voliere, welcher diese Erlauer auch nur in der Voliere hielt, wieder zurück geholt und wieder weitergezüchtet. Da sich leider kein besserer Erfolg in den Jahren einstellte,
wurden die Erlauer Tümmler nun restlos verkauft für immer und er hatte dadurch wieder mehr Platz für seine Lieblingsrasse dem Birmingham Roller.
Anfang August 1996 sind wir wieder nach Ungarn gefahren und zwar im Gebiet
Süd-Osten Ungarns, immer auf der Suche nach Erlauer Tümmler, leider trafen wir nur Züchter die die Erlauer nur so nebenbei hielten und nicht auf den Hochflug trainierten, sondern dafür Budapester
Hochflieger hielten, so auch den Meister im Hochflug Csaba Zsibrita in Kiskunfelegyhaza und konnten bei dessen Hochflugabnahme mit als Gast-Richter teilnehmen und unterschreiben das
Flugprotokoll, nachdem wir hier ganz herzlich zum Mittag-Tisch eingeladen waren.
Kiskunfelegyhaza ist die Hochburg für den Felegyhazaer Ganseltümmler, welcher heute nur noch auf Schönheit…………..Zeichnung und
Figur für die Ausstellung gezüchtet wird, ein sehr schöner und sehr zahmer Tümmler. Wir haben bei einem Züchter noch den alten Flugtyp Felegyhazaer langschnäbligen Ganseltümmler auf seinem großen Taubenboden gesehen und auch im Flug beobachten
können, fliegt auch nur in unterer Höhe.
Viele Grüße
Helmut
.-.-.-.-.-.-.- Fortsetzung folgt.-.-.-.-.-.-
Erlauer von Günter Theuner
Erlauer Tümmler-Hochflieger Teil 1
von Helmut Ostwald
Anfang Mai 1991 schmiedeten Werner Hoidis und ich, Helmut Ostwald, aus dem Kreis Peine einen Plan, um Erlauer Tümmler (Egri Kek) direkt in ihrem Ursprungsland Ungarn und zwar in der Hochburg der Erlauer Tümmler Erlau, auf Ungarisch Eger genannt, direkt vor Ort uns von der Flugleistung zu überzeugen.
Durch einen Taubenfreund in Deutschland hatten wir die richtige Adresse für unser Vorhaben in Erlau erhalten und so wurde ein Treffen mit diesem Züchter und Flugsportler Alojos Knopp in Erlau für einige Tage Aufenthalt von Ende Mai bis Anfang Juni vereinbart.
Eger: Die Stadt hat 66 000 Einwohner;
auf deutsch=
Erlau.
Werner Hoidis
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Wir trauern um Werner Hoidis Die Mitglieder des FVN trauern um Werner Hoidis, unseren langjährigen 1. Vorsitzenden. Werner war einer der Aktivsten in unserem Verein. Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.
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Am 29.05. nachts um 24 Uhr begann unsere Fahrt mit dem Pkw von Hohenhameln in
die 1200 km entfernte Stadt Erlau (Eger) nach Ungarn. Mit zwischendurch mehreren Pausen zum Treibstoff nachtanken und Essen und Trinken einnehmen usw. kamen wir gegen 15.30 Uhr in Erlau bei
unserem Gastgeber und Erlauer Tümmler Freund Alojos Knopp an und wurden sehr herzlich und freundschaftlich empfangen.
In kurzer Nähe hatten wir bei seiner Schwägerin im Gästehaus eine vorzügliche Unterkunft und waren täglich zum Frühstück und Abendbrot bei Alojos Knopp und Frau
eingeladen.
Auf dem Hinterhof war ein größeres Gebäude, wo im Dachgeschoß über 300 Erlauer Tümmler untergebracht waren sowie ein ebenerdiger Holztaubenschlag mit Flugschlag,
ebenfalls mit Erlauer Tümmler besetzt, nochmals ca. 30-40 Stück.
Mit einer Anlegeleiter erreichten wir über eine Loggia den Taubenboden mit Erlauer Tümmler, lediglich 1 Paar Budapester Hochflieger kranzhalsig war
dabei.
Bei der Ansicht dieser vielen vorzüglichen Erlauer Tümmler waren unsere Reisestrapazen sofort vergessen, denn jetzt waren wir voll bei unserem Hobby
Flugtauben.
Für den nächsten Vormittag hatte Alojos K. 6 Taubenfreunde geladen zur Flugabnahme seiner Erlauer Tümmler, einen Flugschwarm, der für eine Flugabnahme vorbereitet
war. Wetter: recht gut, windstill, ohne Wolken, Sonne bei etwa 23 Grad C. Nach dem Start von 35 Erlauer Tümmler flogen diese geschlossen, wenn auch etwas locker nur in unterer Höhe und
zeigten einen bewegten Flug. Einige Tauben verließen einzeln den Flugschwarm und flogen an. Nach 32 Minuten waren alle Tauben angelandet und das Flugprotokoll erstellt, wir mussten ebenfalls als
Flugrichter Gegenzeichen, wir fühlten uns geehrt.
Alojos K. hatte uns bei all seinen Taubenfreunden einschl. 1. Vorsitzenden und
dem ungarischen Meister mit Budapester Hochflieger Tibor Lukacs, ebenfalls in Erlau, als Experten im Hochflug-Sport aus Deutschland angekündigt und so wurden wir überall sehr ehrenhaft
empfangen und auch bewirtet.
An den nächsten Tagen habe wir mit Alojos K. täglich etwa 3 Taubenfreunde besucht, welche Erlauer Tümmler hatten und auch zum Teil Budapester
Hochflieger.
Der Erlauer Tümmler ist ein Tümmler und keine Hochflugtaube, die die Eigenschaft verbürgt, in höchste Höhen aufzusteigen und mehrere Stunden in diesen Höhen
fliegt.
Er muss mehr oder weniger beim Starten zum Fliegen abgejagt werden und versucht bereits nach kürzerer Flugzeit wieder anzufliegen, daher benötigt man einen größeren
Flugschwarm am Anfang des Trainings, damit man möglichst viele ungeeignete Tiere aussortieren kann. Es ist eine recht scheue Taube, aber sehr vital und eine wahre Rasseschönheit und seine
Flugtüchtigkeit für einen Tümmler ist durchaus in Ordnung, ließe sich auf breiterer Zuchtebene erheblich verbessern, wenn man wollte. Allerdings ohne Einkreuzung von andere
Hochflugtauben.
Erlauer
Tümmler:
Herkunft:
In Erlau (Ungarn) mindestens seit 1780 gezüchtet. Um 1855 durch Einkreuzung von anderen Tümmlern verfeinert.
Gesamteindruck:
Kleiner, schlanker, mittelhoch gestellter Tümmler, trapezförmiger Kopf, mittellanger Schnabel, glattköpfig,
glattfüßig.
Rassemerkmale:
Kopf:
Länglich trapezförmig, Scheitel flach mit abgerundeten Kanten, Stirn schräg glatt.
Augen:
Hellgrau-perlfarbig: Rand zweireihig, glatt, schwarzblau.
Schnabel:
Mittellang, mittelstark, mit der Stirn eine möglichst ununterbrochenen Linie bildend; schwarz.
Hals:
Gut mittellang, schlank, Kehle ausgeschnitten.
Brust:
Voll, gewölbt, angehoben getragen.
Rücken:
Schmal, leicht abfallend.
Flügel:
Fest anliegend, den Rücken deckend, das Schwanzende nicht erreichend.
Schwanz:
Schmal, geschlossen, mit dem Rücken eine leicht abfallende Linie bildend.
Beine:
Gut mittellang, nicht befiedert; Nägel schwarz.
Gefieder:
Glatt, fest anliegend.
Farbenschläge:
Blau mit schwarzen Binden, Dunkel, Dunkelrostig.
Farbe und Zeichnung:
Die Blauen wesentlich dunkler als im üblichen Farbton, Kopf und Hals fast schwarz mit starkem violettem und grünem Glanz.
Die Binden durchgehend und möglichst getrennt verlaufend. Die Dunklen zeigen bei sehr dunkler Grundfarbe graue Federspitzen im Flügelschild. Die Dunkelrostigen wie die Dunklen mit zusätzlich mehr
oder weniger rostigen Einlagerungen.
Ringgröße: 7
Nur wer diese Rassemerkmale achtet bei diesem Tümmler, wird täglich beim Anblick dieser Tauben begeistert sein und auch diese Rasse die Treue bieten, die sie
verdient hat.
Viele Grüße
Helmut
.-.-.-.-.-Fortsetzung folgt.-.-.-.-.-
helmut.ostwald@web.de
Erlauer von Günter Theuner
Erlauer von Günter Theuner