@Manfred Biringer Nov. 2011, Fürstenfeldbruck
Budapester Hochflieger
Abstammung
Ungarn (ungarisch Magyarország), Republik im Südosten Mitteleuropas, die im Norden an die Slowakei, im Nordosten an die Ukraine, im Osten an Rumänien, im Süden an
Serbien, an Kroatien sowie Slowenien und im Westen an Österreich grenzt. Die Hauptstadt Budapest ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Ungarns. Zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen der
Stadt zählen der Schiffsbau und die Metallverarbeitung. Ungarn ein wohlbekanntes Urlaubsland mit gastfreundlichen und fröhlichen Menschen, würzigem Essen, guten Weinen (Tokaier) und noch besseren
Schnäpsen (Barack Pàlinka) gleichzeitig auch ein Land in dem der Hochflugtaubensport zu Hause ist und eine sehr alte Tradition hat, wo eine Vielzahl verschiedenartiger Taubenrassen entstanden
sind. Was wäre unsere kleine Taubenwelt ohne die Verdienste ungarischer Züchter ?
Die Familie der Budapester
Unter den vielen ungarischen Taubenrassen gibt es auch die Familie der Budapester
Hochflieger.
Ja die Familie, denn es gibt eine Vielzahl an Variationen der Budapester. Die wohl bekanntesten sind die Budapester gestorchten und kranzhalsigen Hochflieger, die
vom gesamten Erscheinungsbild nur wenig vom Wiener Hochflieger abweichen.
Die gestorchten Budapester
Die gestorchten Budapester
Die gestorchten Budapester (ungarisch Budapesti magasröptü golyàs keringö) wurden 1906 von den Gebrüder Pöltl aus Budapest erzüchtet. Dabei kreuzten sie Wiener Tümmler (Grüne Dunkelstörche), Budapester Schimmel, Szegediner Tümmler und Danziger Hochflieger. Die Nachkommen verkörperten zunächst reine Flugtiere, die in großen, fest geschlossenen Schwärmen mit schnellem Flügelschlag analog zu den Wiener Hochfliegern hoch und mehrere Stunden lang flogen. Ein Standard wurde für diese Rasse erst 1943 geschaffen und 1957 verfeinert. Es handelt sich um schlanke, mittelgroße und temperamentvolle Tümmlertauben, deren mäßig aufgerichteter Körper zum Schwanz hin leicht abfällt. Der Kopf ist glatt und ohne Haube, langgestreckt, die Stirn nur wenig hoch, die Kopfplatte schön gewölbt mit rundem abfallenden Nacken. Der mittellange, schwarzgraue Schnabel wird etwas nach unten geneigt und der Stirnlinie folgend getragen. Die Schnabelwarzen sind länglich und glatt. Die Augen zeigen blaugraue Iriden mit einigen kleinen, rötlichen Adern. Die Augenränder sind zweireihig, aber trotzdem schmal, zudem feingewebt, glatt und blaugrau bis schwärzlich gefärbt. Der Hals ist mittellang, die Kehle gut ausgeschnitten. Die leicht hervorstehende Brust ist breit und muskulös, wird ferner etwas angehoben getragen. Die Schwingen ruhen auf dem Schwanz, dessen Ende sie fast erreichen. Der Schwanz ist schmal und besteht aus 12 Federn. Die Beine sind gut mittellang, Laufe und Zehen unbefiedert, die Krallen grauschwarz. Bei weißer Zeichnung fallen die Schwung- und Steuerfedern grau-schwarz gesäumt aus. Anerkannt sind auch Weißschwänze.
Grabstein der Gebrüder Pöltl
Die kranzhalsigen Budapester
kranzhalsiger Budapester
Die kranzhalsigen Budapester Hochflieger (Budapest koszorusnyaku keringö) sind wiederum nahe Verwandte des Wiener Hochfliegers und vorzügliche Flugtauben, die sehr hoch und lange fliegen. Ihr Flugstil ist recht temperamentvoll, wenngleich sie nicht in den typischen Achterkurven der Wiener fliegen. Die Kranzhalsigen werden auch nach dem Standard der gestorchten Budapester Hochflieger bewertet. Die Augenränder sind zart und schmal. Die Grundfarbe ist weiß, der Kopf grau oder weiß, dabei mit einigen kleinen, grauen Federn durchsetzt. Hals und Brust sind bis zu ihrer Mitte stark mit blauen oder aschgrauen Federn durchwoben und glänzen metallisch. In diesem sogenannten "Kranz" sind auch weiße Federn vorhanden. Die Schwungfedern sind grau oder laufen grau aus. Die Steuerfedern können grau gesäumt oder auch rein weiß sein. Auch Kranzhalsig weiße sind bekannt. Diese sind an Kopf, Hals und Brust wie die Kranzhalsigen gezeichnet, weisen jedoch reinweiße Schwungfedern wie auch Steuerfedern auf. Die Kranzhalsigen sind in Deutschland als Flugtauben weit verbreitet und mittlerweile auch als Ausstellungstauben häufig anzutreffen.
Die schneeweißen Budapester
schneeweißer Budapester
Die schneeweißen Budapester Hochflieger sind nicht identisch mit dem Csepeler Schneeweißtümmler, stellen vielmehr eine Zeichnungsvariante der Gestorchten Budapester
Hochflieger dar und werden figürlich nach dem gleichen Standard bewertet. Sie entstanden durch Verpaaren von sehr hellen Gestorchten, bis schließlich reinweiße Tiere fielen, die weitergezüchtet
wurden.
Die belatschten Schneeweißen- oder Ziergestorchten Budapester Tümmler.
Die schneeweißen oder ziergestorchten Budapester Tümmler (Budapesti tollaslabu golyas keringö) sind wie alle Budapester Tümmler nahe Verwandte der Wiener Tümmler. Budapester Schneeweiß Tümmler Ziergestorcht, sollen bis auf die Fußbefiederung weitgehend dem gestorchten Budapester Tümmler entsprechen. figürlich aber etwas stärker sein. Der stets glatte Kopf ist langgezogen, die Kopfplatte flach gewölbt, das Genick steil abfallend, der mittellange Schnabel blauschwarz und etwas nach unten geneigt. Die Augen sind blaugrau, umgeben von einem zarten, glatten, bläulichen Rand. Der mittellange Hals wird senkrecht, die breite Brust etwas hervorgewölbt getragen. Der zwischen den Schultern breite Rücken fällt nach hinten ab. Die Flügel ruhen auf dem Schwanz. Die Beine sind mittellang, Läufe und Zehen sind mit 8 bis 10 cm langen weißen Federn belatscht. Zur Fußbefiederung gehören auch die etwas nach unten gerichteten Geierfedern. Bei weißer Grundfarbe laufen Schwung- und Steuerfedern grau aus. Leicht mit kleinen grauen Federn besprenkelter Hals ist kein Fehler. Es sind auch Tiere mit ganz weißem Schwanz als gleichberechtigt anerkannt. Die Aufhellungstendenz wird durch weiße Schwanzfedern unterstützt, so dass sogar schon reinweiße Tiere aufgetreten sind.
Die dunkelgestorchten Budapester weißbindigen Budapester Hochflieger
Die dunkelgestorchten Budapester weißbindigen Hochflieger (Budapesti fehèrszalagos deres keringö) gleichen in der Körperform weitgehend den dunkelgestorchten Ungarischen Hochfliegern, von denen sie sich nur durch die Zeichnung unterscheiden. Kopf und Hals sind bläulich schiefergrau mit intensivem Glanz, Unterleib bis zum Schwanz und Schenkel weiß. Die Flügelschilder sind blau, durchsetzt mit einigen wenigen weißen Federn. Am Ende des Flügelschildes befindet sich eine sehr breite weiße Flügelbinde. Schwungfedern und Schwanz sind schiefergrau. Über die Steuerfedern zieht sich eine schwarze Binde. Der Rücken ist bläulich mit einer kleinen, dreieckigen, weißen Stelle zwischen den Schultern. Die Tauben sind durch diese alleinige und ungewöhnlich breite weiße Flügelbinde einzigartig gezeichnet, zumal sich bei keiner anderen Taubenrasse etwas entsprechend vergleichbares finden lässt.
Andere Farbvarianten von Budapester Hochflieger
Schimmel
Weißschwingige Budapester Hochflieger (Budapesti magasröptü csapos
keringö
Rotkranzhalsiger Budapester Hochflieger
Dunakezi Hochflieger (eine Unterart der Budapester Hochflieger)
Pester Blaue Hochflieger (Pesti Kék)
pester blaue
pester blaue
rotkranzhalsig
weißbindige
Schimmel
Copyright @Manfred Biringer Fürstenfeldbruck, Nov. 2011
Mit Erlaubnis von Manfred Biringer durfte ich diesen Bericht veröffentlichen.
Herzlichen Dank Manfred
Nachfolgende Bilder von Budapester Hochflieger hat mir freundlicher Weise Josef Heiserer aus Oberbayern zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank
Weiter Details über diese Rasse finden sie in dem Buch:
Südosteuropäische Tümmler aus dem Verlag Oertel und Spörer Reutlingen
von Thomas Hellmann
ISBN: 978-3-88627-622-6