Bericht von Dieter Tödtemann & Manfred Biringer

 

Arader in Blau Arader in Blau

Arader Tümmler


Von Dieter Tödtemann & Manfred Biringer


Arader Tümmler Blau


(Foto: Manfred Biringer, Fürstenfeldbruck)
Die Arader Tümmler wurden um 1850, von Deutschen und Ungarischen Siedlern im damaligen Banater Siedlungsgebiet (das heutige West Rumänien, ein Teil der jugoslawischen Woiwodina und einem Teil der ungarischen Batscka), vor allem aber in und um die Stadt Arad gezüchtet. Sie wurden aus Polnischen Elstertümmler, Danziger Hochflieger und Szegediner Tümmler erzüchtet. Schon damals waren es hoch- und ausdauernd fliegende Tauben, die in geschlossenen Schwärmen zwischen 5 und 7 Stunden, in sehr hoher Höhe flogen.

Um 1900 waren verschiedene Linien der Arader Tümmler im ganzen Banat und in verschiedenen Teilen Transilvaniens und der Batschka bekannt. Besonders verdient machten sich die Arader Züchter Meister, Schwarz, Schmidt, Balassa und Szabo, die Sathmarer Züchter Klein, Balog, Bajor und Sandor und die Batschkaer Züchter Bendes, Mairovitz, Zakarias,Laszloffy und Simon.
So entstanden verschiedene Zuchtlinien wie die Balassa Gelb- und Rotfahlen, die Blaufahlen von Mairovitz und Simon und die Blauen von Meister und Bajor. Aus diesen Zuchtlinien entstand der Grundstein der heutigen Arader Tümmler.

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Arader bindigen Tümmler, so die damalige

Arader in Blaufahl Arader in Blaufahl

Bezeichnung, fast verschwunden und einige Züchter versuchten aus den wenigen zur Verfügung stehenden Tieren, die Rasse wieder zu beleben und zu verbreiten, was nur sehr langsam und schwierig gelang. In den folgenden 30 Jahren entwickelten sich die Arader Tümmler nur sehr langsam, da die wenigen Züchter fast keine Tiere veräußerten und wenn dies der Fall war, dann zu sehr hohen Preisen. Zur damaligen Zeit war es die Trendzucht und nur wenige Züchter konnten die hohen Preise bezahlen. Fast gleichzeitig züchteten im serbischen Teil des Banates (in der Woiwodina), etliche Züchter eine eigene Linie der Arader Tümmler heraus, die sie Banater Hochflieger, oder Zrenjaniner Tümmler nannten. Diese unterscheiden sich lediglich durch die Anzahl der Schwanzfedern (mind. 14 Stück) und den Rosettensitz (dieser sitzt wesentlich tiefer), auch die Flügel müssen unter dem Schwanz getragen werden.

Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebten die Arader Tümmler einen derartigen Aufschwung, daß sie fast in allen Städten des Banats und Transilvaniens, sowie der Batschka und Woiwodina, gezüchtet und gehandelt wurden. Zuchtanlagen von 100 - 200 Tieren waren keine Seltenheit. Die Zentren waren: Arad, Temeschburg, Lugosch, Hatzfeld, Varschetz, Belgrad, Neu-Satz, Szeged, Makko, Großvardein, Sathmar, Baia Mare, Klausenburg, und Odorhei um nur einige zu nennen.

Im Jahre 1955 wurde dann endlich in Klausenburg, im Rahmen der Zuchtanarkennungskonferenz der damaligen Sozialistischen Länder, ein einheitlicher Standard der Arader Tümmler, für Rumänien, Ungarn und Jugoslawien, unter den Namen Arader bindige Tümmler, geschaffen. Nach diesem Standard wird auch heute noch in diesen Ländern gezüchtet. In den darauffolgenden Jahren verbreiteten sich die Arader Tümmler stetig und es wurde auch die Flugeigenschaft dieser Rasse, innerhalb verschiedener Flugvereine, gefördert.
1960, im Rahmen eines Nationalen Flugwettbewerbes, wurden Flüge von 6 - 7 Stunden, vermerkt. Die Trophäe für die beste und schönste Flugzeit ging damals an meinen Großvater Franz Biringer, mit 6,45 Stunden. Während dieser Flugzeit waren seine Tiere für ca. 2 Stunden in Oberluft, sprich unsichtbar.

Arader in Rotfahl Arader in Rotfahl

1961 wurde die Rasse erstmals in einer Internationalen Schau ausgestellt und nach dem damaligen Standard gerichtet und zwar auf der großen Internationalen Intertauschau von Budapest. Zwischen 1970 und 1978 gab es wieder eine Flaute in der Zucht der Arader Tümmler, in ganz Rumänien gab es nur 10 Züchter, in Ungarn 3 und Jugoslawien 2.

Zwischen 1978 und 1990 erlebte diese Rasse wieder einen Aufschwung, denn es wurde viel mit diesen Tieren geflogen, die beste Flugzeit 1989 betrug 5,20 Stunden, bei hoher Flughöhe.

Auch in den verschiedenen Intertau Ausstellungen in Brün, Belgrad, Budapest, Bukarest, Leipzig oder Sofia waren die Arader Tümmler recht gut vertreten und erzielten immer gute Preise. Die bekanntesten Arader Züchter waren: Klein, Guttmann, Tausch, Szabo und Straub mit den Blaufahlen, die Brüder Haiberger, Dan, Petracic und Martin bei den Blauen, Biringer, Marcu, und Szabo bei den Gelb- und Rotfahlen, um nur ein paar Namen bekannter Züchter zu nennen. Einige dieser Namen sind bestimmt auch einigen Züchtern des Südosteuropäischen Taubenclubs bekannt. Wenigstens denjenigen aus der alten Heimat.

Die Arader Tümmler sind reine Hochflieger, die in Schwärmen ab 7 Stück sehr hoch und in geschlossenen Schwärmen fliegen. Um in Oberluft zu gelangen brauchen diese Hochflieger etwas Zeit, also nicht wie bei den Budapester oder Wiener Hochflieger, bleiben aber dann um so länger. Sie sind auch nicht ganz leicht zu trainieren, man sollte da etwas "Hochflugtauben Verstand" besitzen und vor allem Geduld aufbringen. Wenn man es aber dann geschafft hat, ist man sehr erfreut über den ungebremsten Flugwille den diese Hochflieger, trotz all der Höhen und Tiefen ihrer Entstehung, noch besitzen. Hoffentlich bleibt dieser ungebremste Flugwille dieser Rasse noch recht lange erhalten und wird auch weiterhin gefördert. Die Arader Tümmler sind vom Wesen her recht scheu und werden auch nicht leicht zutraulich, sie besitzen noch die typischen Verhaltenseigenschaften der alten Hochflugrassen. Es sind sehr widerstandsfähige und anspruchslose Tiere, die sich auch im Winter sehr um ihren Nachwuchs kümmern und ziemlich robust gegenüber verschiedener Krankheiten sind.

Arader in Gelbfahl Arader in Gelbfahl

Mein Großvater Franz Biringer züchtet diese Rasse seit 1939, ununterbrochen in den Farben Gelb- und Rotfahl, als Hauptfarbe und Blau als Nebenfarbe. Als ich 1990, zusammen mit meinem Vater mit der Zucht der Arader Tümmler in Deutschland begann, bekamen wir 4 Paar Gelbfahle, 1 Paar Rotfahle und 4 Paar Blaue aus der Zucht meines Großvaters. Die Blaufahlen legten wir uns im Laufe der Jahre zu, so daß wir jetzt stolze Besitzer von 50 Paar Arader Tümmler sind, selbstverständlich in allen 4 Farben. Wie Sie sehen hat die Zucht der Arader Tümmler eine alte und ohne überheblich zu klingen, auch erfolgreiche Tradition in unserer Familie.

Da ich nicht nur die Flugeigenschaft der Arader schätzte, sondern mich ihre aparte Schönheit mit den satten und reinen Farben fasziniert, stellte ich diese Rasse 1995, zwecks Anerkennung in Nürnberg aus. Im Mai 1999, bei der Bundesversammlung des BDRG in Cottbus, bekam ich dann den deutschen Standard für meine Arader Tümmler.

Zu dem Zuchtstandard der Arader Tümmler sei noch folgendes zu vermerken: die Augen sind keine reine Perlaugen, wie sie im Deutschen Standard allgemein bekannt sind, sondern sie sind mit einem bläulichen Schimmer überzogen und hellen sich erst im 2-ten Zuchtjahr auf. Bei den Blaufahlen ist der Rosettensitz, zuchtbedingt etwas tiefer angesetzt und der dunkle Halbmond auf der Oberbrust sollte nicht zu dunkel und zu breit sein, es sollte lediglich eine Abgrenzung zwischen Ober- und Unterbrust sein, auch die Farbe der Blaufahlen ist wesentlich heller als allgemein bekannt. Die Gelb- und Rotfahlen haben wesentlich breitere Binden, als die meisten Bindigen. Die Farbe der Gelb- und Rotfahlen ist sehr intensiv, ja fast dunkel zu nennen.

Es würde mich sehr freuen wenn es auch noch einige andere Interessenten für diese wunderschöne und aparte Rasse gäbe die mir dabei helfen diese Rasse in Deutschland bekannter zu machen und vor allem die Flugeigenschaften zu fördern und zu erhalten.

Arader in Blaufahl Arader in Blaufahl

Zum erstenmal dabei, Arader Tümmler blaufahl KP-01-783 bei

ZG D.Tödtemann & W.Niepce
Internationale Ausstellung vom 25 Nov.2001 in Hasselt-Belgien,
HV/Ehrenpreis mit 96 Punkte, war mit im Flugstich.

Ein Bild von Werner Nordmann

Arader in verschiedenen Farben

http://www.taubenzucht.de.tl/-Ue-ber-mich.htm

 

Arader Tümmler

Standard

Arader Tümmler



Herkunft: Die Stadt Arad in West Rumänien. Seit 1850 bekannt, ab 1955 dort anerkannt.



Gesamteindruck: Kleine Taube mit etwas gestreckter Figur und sehr lebhaft.



Kopf: Schmal, gezogen mit leicht ansteigender, gerader Stirn. Volle Rundhaube,

die in gleichmäßig hochsitzenden Rosetten endet und den Kopf nur wenig überragt.



Augen: Perlfarbig, lichtblauer Stich mit etwas Roteinlagerung gestattet, im ersten Jahr

entwicklungsbedingt dunklere Augen. Augenrand bis zweireihig, je nach Farbschlag

grau bis fleischfarbig.



Schnabel: Mittellang, schwarz bei Blauen, hornfarbig bei Blaufahlen und Rotfahlen,

hellhornfarbig bei Gelbfahlen.



Hals: Mittellang, nicht zu stark, Kehle ausgeschnitten.



Brust: Breit, voll, etwas angehoben getragen, mäßig vorstehend.



Rücken: Breit, nach hinten verjüngend, abfallend.



Flügel: Mittellang, auf den Schwanz ruhend.



Schwanz: Mittellang, schmal, geschlossen.



Beine: Mittellang, unbefiedert, Nagelfarbe entsprechend Schnabelfarbe.



Gefieder: Kurz, fest anliegend.



Farbenschläge: Blau, Blaufahl, Rotfahl, Gelbfahl



Farbe und Zeichnung: Nur Bindige, alle Farben rein und gleichmäßig, Blau mit schwarzen Binden

und Schwanzbinde, Blaufahle mit dunklen Binden und Schwanzbinde,

Blaufahle haben einen dunklen Halbmond auf der Oberbrust und sind sehr hell bis

eisfarbig, Rot- und Gelbfahle haben eine intensive Farbe am Hals, Brust und Binden.

Täuber in Kopffarbe etwas heller gestattet.



Grobe Fehler: Plumper Körper, hohe Stirn, dunkle Augen, Hängeflügel, tiefer Rosettensitz, gefächerter Schwanz, unreine Flügelschilder.



Bewertung: Gesamteindruck – Typ – Haltung – Kopf – Schnabel – Augen – Farbe - Binden



Ringgröße: 7 mm (IV)

Re: Arader Tümmler

Standard Standard
Blau mit schwarzen Binden Blau mit schwarzen Binden
Blaufahl Blaufahl
Gelbfahl Gelbfahl
Gelbfahl Gelbfahl
Blaufahl mit schwarzen Binden Blaufahl mit schwarzen Binden
Blaufahl wie oben Blaufahl wie oben
Rotfahl Rotfahl

Weiter Details über diese Rasse finden sie in dem Buch:

Südosteuropäische Tümmler  aus dem Verlag Oertel und Spörer Reutlingen

von Thomas Hellmann

ISBN: 978-3-88627-622-6

&

Csapos - Budapester weißschwingige Hochflieger
Artikel geschrieben von
Manfred Biringer & Dieter Tödtemann


In Ungarn und auch in Deutschland sind diese Spezies sehr selten anzutreffen. Es ist schwierig noch welche zu bekommen. Daher sind Willem Niepce und Dieter Tödtemann auf der Suche nach diesen Tauben, in Fürstenfeldbruck ca. 30 Km vor München gelandet bei dem Sportsfreund Manfred Biringer der hauptsächlich Arader Hochflieger züchtet. Vater Franz und Sohn Manfred züchten die Arader seit Generationen schon. Sie haben in Arad (Rumänien) mit den Aradern an Wettflügen teil genommen und auch Diplome errungen. Die Arader fliegen auch sehr hoch und es wurden schon Flüge von 6-7 Stunden vermerkt. Da Franz und Manfred öfter nach Rumänien und Ungarn unterwegs sind, hatten Sie aus Budapest und Umgebung, auch Csapos in Blau mitgebracht.

Geschichte der Stadt Budapest
Hauptstadt von Ungarn in malerischer Lage an der Donau, die hier das ungarische Mittelgebirge verlässt, Schnittpunkte uralter Handelswege und dadurch Handels und Verkehrszentrum 1. Ranges, kultureller Mittelpunkt des Landes, mit ca. 2,1 Mio. Einwohner; auf dem rechten Ufer der bergige kleinere Stadtteil Buda (dt. Ofen) mit Burg und staatlichen Gebäuden, durch 6 Brücken mit dem rasch wachsenden modernen Pest, auf dem flachen linken Ufer verbunden. Zahlreiche barocke bis moderne Prachtbauten, besonders auch am linken Donauufer, zum Beispiel: St. Stephans – Kirche. Mehrere Universitäten gegr.1625 und Hochschulen. Akademie der Künste und Wissenschaften. Museen; Größte Bäderstadt der Welt mit zahlreichen radioaktiven Mineralquellen. Mitte des 14.Jahrhunderts wurde Ofen - Buda zur Hauptstadt Ungarns. Pest blieb Handelsstadt; 1541 – 1686 standen beide Städte unter türk. Herrschaft. Danach war Ofen bis zur Gründung von Budapest Sitz der österreichischen Verwaltung. Vereinigung der ehemaligen selbstständigen Städte 1872. Aus der Zusammenlegung beider Städte, nutzten die Römer die strategische günstige Lage, die eine Militärsiedlung „Aquinum“ anlegten. Der vorwiegende dt. Charakter verlor sich im 19.Jahrhudert.

Literatur der Tauben:
Im Handbuch der Taubenrassen (1994) von J. Schütte, werden sie auch Budapester weißschwingige Hochflieger genannt oder "Budapesti csapos keringö". Diese Musterbeschreibung ist aus dem Buch " Ungarischen Hochflugrassen von 1962 ", von Dr. Petöffi übernommen bzw. übersetzt worden.
Verwandtschaftlich stehen die Csapos vermutlich den Altösterreichischen Weißschlag Hochfliegern nahe, wurden aber in Ungarn zu ihrem heutigen schnittigen Aussehen durchgezüchtet. Sie ähneln sehr den Budapester Hochfliegern

Laut Aussage von Spfr. Manfred Biringer, sollten die Csapos, knapp mittelgroß sein. Bei farbiger Zeichnung in Schwarz, Blau, Rot oder Gelb sollen die ersten 6 - 7 Schwungfedern an jedem Flügel weiß sein. Es gibt auch überzeichnete Tiere die erstens sehr gut fliegen und zur Zucht von Vorteil sein können, wegen den Schwungfedern. Die Blauen haben dunkle Flügelbinden und eine dunkle Schwanzbinde. Die Roten, Gelben und Schwarzen sind fast gar nicht mehr zu bekommen.
Der Kopf ist etwas gezogen und schmal, ganz leicht kantig. Der Schädel ist flach, das Genick gut abgerundet, der Schnabel mittellang und wird etwas nach unten geneigt getragen. Letzterer ist schwarzgrau bei den Schwarzen und Blauen, aber hellhornfarbig mit rötlichem Anflug bei Roten und Gelben. Die Ränder der hellen Perlaugen sind schmal, zart und von schiefergrauer Färbung bei Schwarzen und Blauen, aber hell bzw. pergamentfarbig bei Roten und Gelben. Der mittellange Hals verjüngt sich zum Kopf hin und zeigt eine gut ausgeschnittene Kehle. Die breite Brust tritt etwas hervor. Der Rücken ist zwischen den Schultern breit und fällt nach hinten leicht ab.
Die langen und relativ breiten Flügel liegen fest am Körper an. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen. Die Beine sind mittellang, die Krallen sollen immer weiß sein. Die Läufe sind bei vielen Csapos unbefiedert, es gab auch Stämme die wenig bestrümpft sind.

Abstammung:

Die blaue Csapos die ich über Franz Biringer erhielt, stammen von den bekannten Züchtern in Ungarn, Tolos Tibor aus Dkeszi und Török Istvan aus Òcsa, desweiteren hatte er noch Tiere von Federer und Hartmann, deren Tiere von Dios aus Sombor abstammen. Weiter zur Blutauffrischung kamen noch Tiere von Szabo Ladislav aus Budapest und Schmitz aus Szeged dazu.
Dann hat Dusan Vladisavljev, Leverkusen, mehrere Csapos in blau, die er über den Ungar J. Huber aus Enschede (die Niederlande) hat, an mir abgegeben. Von den Tieren sind nur noch 3 übrig geblieben. Das sind alle Tiere von Züchtern die aus Ungarn stammen: einer mit Namensring Elvesztem Irjon, aus Sombor (Jugoslavien) und ein paar Ringe von J. Huber Enschede (die Niederlande). Diese Tiere gleichen den Csapos von Franz Biringer sehr. Also können wir davon ausgehen das es echte Csapos sind und nach Meinungen verschiedenen Züchter die würden neuerdings mit Tipplern eingekreuzt, ist bei diesen Tieren zu verwerfen, da die meisten schon von vor 10 Jahren Stammen und der Flugstil ein Tippler nie und nimmer fliegen kann. Auch im Aussehen sind die Tippler ganz andere Typen. Habe ja auch mit Tipplern in der Deutsche Flugtippler Union mit Erfolg geflogen und weiß wovon ich spreche.
Jetzt im Spätsommer, habe ich ein Paar Csapos und ein überzähliger Vogel, in weißschwingig schwarz bekommen von Karl Krombach Homburg/Saar mit denen ich auch in schwarz weiterzüchte. Die schwarzen Csapos gleichen meiner Meinung sehr den Altösterreichischen Weißschlag Hochfliegern.

Die Seltenheit dieser Rasse,
erweist sich indem es schon Züchter aus Ungarn gab, die bei uns in Deutschland reines genetisches Zuchtmaterial an Csapos zurückkaufen wollen und auch schon in Fürstenfeldbruck geholt haben. Meine Frage: Überlegt mal; ...Warum?
Der Neuanfang mit Csapos ist gemacht und wir wollen sehen wie sich alles entwickelt. Ich besitze im Moment ein ausgezeichnetes und vor allem ein reines genetisches Zuchtmaterial, dass mir ermöglicht eine erfolgreiche Csaposzucht zu führen, ohne irgendwie gezwungen zu sein, diese Tiere mit irgendwelchen anderen Tieren zu kreuzen, wie es leider mit vielen Hochflugtauben geschieht.

Ich hoffe, dass die Jungtiere in 2001 das halten, wofür ich sie ansehe. Es sind sehr flinke Tiere, etwa so schreckhaft wie die Wiener Hochflieger, womit ich ja sehr gute Erfahrungen gesammelt habe.

Zucht:

In der Zucht sind sie sehr fleißig, eben weil es kleine agile Tauben sind. Meistens sind alle Gelege befruchtet. Ich setze diese Tauben früh, ab um sie in den Flugkasten zu setzen damit sie sich die Gegend früh genug anschauen können. Denn ich habe am Anfang gemerkt, bei den ersten Jungen, dass die Csapos wenn sie das erste Mal fliegen schon sehr hoch steigen, meist zu zweit und alleine. Ich versuche die ersten Flüge schnell zu beenden, in dem ich sie runter locke mit Futter und den unten gebliebenen Jungen, die anfangs etwas hungrig sind beim rauslassen. Sie fliegen auch schnell im Trupp-Stich wie wir sagen. Es ist eben ein echter Hochflieger. Sie streifen auch wie Wiener Hochflieger und bleiben schon oft 1-3 Std. in fast allen Höhen. Solche Hochflieger habe ich noch nicht gehabt, die so schnell steigen und auch oben bleiben.

Gesundheit, Fütterung und immer frisches Wasser ist Ehrensache. Auch werden alle meine Tiere im Herbst nach der Flugsaison, gegen Paramyxo und Paratyphus geimpft. Auch Kotuntersuchungen werden durchgeführt. Dann höre ich von anderen Züchtern, meine Tauben fliegen nicht. Dann frage ich warum? Hast du das oder jenes gemacht, damit die Tiere optimal versorgt sind, meist kommt die Antwort, das brauche ich nicht, das war früher auch nicht. Das ist in der heutigen Zeit eben anders. Ich versuche erst gar nichts dem Zufall zu überlassen bei meinen Tauben. Gesund müssen die Tauben schon sein, das Füttern ist dann Nebensache, die fliegen bei etwas Geduld und Fingerspitzengefühl schon ihre Zeiten und auch Höhen. Das Wetter spielt ja auch noch mit.

Flugleistung:


Die Flugrichter staunten nicht schlecht, als ich Ihnen die Csapos vorführte. Habe bis jetzt 3 Flugprotokolle gemacht. Es konnten schon mehr Protokoll sein, wenn ich immer zwei Richter bezweck Anwärter bekommen hätte. Die Csapos machen auch kurze links und rechts Schwenkungen, da steckt noch bestimmt Blut von den Altösterreichischen Tümmler drin. Sportfreund Karl Krombach aus Homburg, der die Csapos in schwarz weißschwingig züchtet, ist seitdem die Tauben bei Ihm alleine fliegen und nicht mit den Wiener Hochflieger zusammen, ganz meiner Meinung. Das mit dem Wort "Sklaven ", die könnten nur mit anderen Tauben zusammen fliegen, ist hiermit wiederlegt.
Sollte jemand interessiert sein an diesen Tauben, kann er gerne noch ein Richter mitbringen und die Csapos bei mir bewerten und ich habe einen Flug mehr. Ich führe keine Tiere mehr vor ohne zu Richten. Nur wenn ich trainiere sehe ich meine Csapos meist mit einem unguten Gefühl fliegen. Kommen die auch wieder? Gebe im Moment keine Tiere davon ab, ehe ich mir nicht einen Stamm aufgebaut habe. Aber das diese Csapos sehr gut fliegen, kann man nach vorhergehendem Anmelden an meinem Schlag im Flug begutachtet werden.

Flugergebnisse:

Anscheinend ist seit 1968 niemand mehr offiziell mit den Csapos geflogen. 1968 gab es eine Flugzeit von 3,48 Stunden von einem gewissen Pàtàky Sandor aus Budapest, der flog 18 Stück in schwaz und blau, wobei die Tiere angeblich 2 Stunden in Flimmerhöhe waren. Das sind leider die einzigen Informationen die ich über Csapos aus Büchern erfahren habe.



Copyright: Manfred Biringer, Fürstenfeldbruck

Dieter Tödtemann, Alsdorf

Deutschland

Mit Erlaubnis von Manfred Biringer durfte ich diese beiden Berichte veröffentlichen.

Herzlichen Dank

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