Kelebek vom Flugkasten oder Heimatschlag  2000

Von Waldemar Schulz

Sicherlich lässt sich diese Frage nicht verallgemeinern. Jedoch möchte ich meine Beobachtungen, die ich mit meiner Rasse dem Kelebek gemacht habe, zu Papier bringen. Der Kelebek ist unbekümmert in seinem Flugspiel. Er absolviert Drehungen um seine eigene Achse ohne an Flughöhe zu verlieren, kippt spontan ab um wie ein Ahornsamen nach unten zu ziehen. Fängt sich und zieht mit kurzen schnellen Flügelschlägen nach oben. Im Stich von mindestens 5 Tieren aufgelassen kann man den Schmetterlingsstil beobachten. Jedes Tier fliegt für sich und macht seine Flugspiele, bleibt jedoch immer im Trupp. Es erinnert an einen Mückenschwarm der an einem Sommerabend, über dem Wasser tanzt. Wenn gedroppt wird stürzen die Kelebek zu den Droppern. Beim Flugkasten eine Locktaube, beim Heimatschlag oft die Artgenossen. Tja, so sollte es sein. Ist es aber so?

Das sehr schöne Flugspiel zeigt der Kelebek nur, wenn er ungezwungen und ohne Scheu fliegen kann. Oft spüren die Tauben wenn Sie auf dem Rasen vor dem Heimaschlag herumlaufen, dass zum Beispiel Gefahr durch Greifvögel droht. Sie schauen ängstlich zum Himmel und sind bei jedem Geräusch sofort im Schlag verschwunden.

Erkennt man als Züchter diese Situation nicht und scheucht die Tauben trotzdem auf, so fliegen sie nur in unterster Höhe und sind ohne dass man sie droppt schnell wieder am Schlag. Hinsichtlich des Fluges zum Flugkasten hat der Heimatschlag einen entscheidenden Vorteil. Die Tauben die sich bei jedem Flug einen Teil der Umgebung einprägen, werden immer Selbstbewusster und dies zeigt sich ganz deutlich im Flugbild. Der Kelebek kann sich ungezwungener in der Luft bewegen. Er kann förmlich seiner Lebensfreunde freien Lauf lassen. Beim Flugkasten sieht die Sache ganz anders aus. Man hat sehr oft den Eindruck dass die Tauben gehemmt wirken. Sie ziehen oft nur um den Kasten und schauen mit einem Auge immer zu ihm, in der Erwartung des Droppens. Horizontale Axialdrehungen beim Flugkasten zu beobachten ist eine absolute Seltenheit. Oft ist nur ein Ansatz oder nur eine Drehung erkennbar. Die Tiere sind so damit beschäftigt nicht die Orientierung zu verlieren, das sie bei weitem nicht so ungezwungen und spielfreudig wie beim Heimatschlag wirken. Einige Kelebekzüchter droppen ihre Kelebek, beim Heimatschlag nicht einmal. Ihnen ist das dargebotene Flugspiel wichtiger, als die gezeigten Drehungen während des Droppens.

Aber auch der Flugkasten hat einen entscheidenden Vorteil. Es besteht hier nämlich bei beschränktem Platzangebot und bei einer für Flugtauben ungünstigen Umgebung trotzdem die Möglichkeit Tauben zu halten.

Allerdings benötigt die Arbeit am Kasten wesentlich mehr an Freizeitaufwendung. Und die Zuchttauben falls welche vorhanden, müssen auch untergebracht werden. Natürlich hört man immer wieder unter welchen Umständen Taubenhaltung möglich ist. Ob dies auf einem Balkon oder im Keller erstrebenswert ist, mag jeder für sich entscheiden. Bei meinen Kelebek jedenfalls, ist mir die dargebotene Leistung, zumindest bei dieser Rasse, die zweifelsfrei für den Heimatschlag spricht wichtiger als die Tatsache, dass die Tauben überall einsatzbereit sind. Und so werde ich weiterhin durch die Lande fahren um mir Kelebeks bei den Züchtern anzuschauen.

Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers

Waldemar Schulz

Kelebeks                                                    1999

Von Waldemar Schulz

Immer wieder wird vom variantenreichen Flug der Kelebeks geschrieben, der die Zuschauer begeistert und zum Erwerb dieser Rasse animiert.

Leider verzweifeln viele, weil sie nicht wissen, wie die Kelebek fliegen sollen.

Was ist Variantenreich? Was ist möglich? Was nicht?

Jeder Kelebek Züchter hat da seine eigene Philosophie!

In der Wertungsordnung des DFC wird die höchste Punktevergabe für einen Flug vergeben der nicht möglich ist?                     

Die Tauben müssten in Oberluft fliegen, dabei häufig im Geradeausflug, Axialdrehen und den kelebektypischen Schmetterlingsstil zeigen.

Und---- aus dieser Höhe, sollten sie in großen oder engen Spiralen zu Boden stürzen?

Ein solcher Kelebek müsste noch geboren werden!

Gute horizontal drehende Axialflieger fliegen 20-30 Meter, drehen sich dann 1-2 Meter ohne Höhe zu verlieren und sind meistens nach 10-15 Minuten konditionell so ausgepowert, dass sie landen! Diese Tauben beginnen die Drehung schon kurz nach dem Start. Und somit ist es ihnen unmöglich, in die Höhe zu ziehen.

Die Kelebeks die in die Höhe ziehen, zeigen die horizontale Axialdrehung nur im Ansatz oder drehen sich nur 1-2 mal. Die Axialdrehung im Sturz fällt den Kelebeks der Schwerkraft wegen, wesentlich leichter. Deshalb sieht man Kelebeks im Stich aufgelassen, oft wie Jo-Jos runter drehen und anschließend wieder mit kurzen schnellen Flügelschlägen in die Höhe ziehen. Das optimale Flugbild ist nur mit Tieren möglich die , die selbe Kondition, Größe und das gleiche Training absolvieren. Die sollten weiter mindestens 1 Jahr alt sein und in dieser Zeit im Stich von mindestens 3 Tieren trainiert werden(damit sie das Zusammen-fliegen in der Gruppe erlernen). Junge Kelebeks drehen sich zwar, sind aber aufgrund ihres Muskelaufbaus und der Kondition noch nicht in der Lage etwas an Höhe zu gewinnen. Unweigerlich fliegen solche Tauben einem nur so um die Ohren. Erst mit zunehmendem Alter schaffen sie es in die mittlere Höhe zu ziehen und an Flugzeit zu gewinnen. Und nur solche Tiere sollte man weiter züchten. Da nur sie das Idealbild des Kelebek wiederspiegeln.

Ein idealer Trupp besteht aus 20-40 gut trainierten Tauben. Diese steigen unter axialen Drehungen unter spontanen Kurswechsel, die aus einem Abkippen nach links oder rechts resultieren nach oben. Bei mehr als 40 Tieren ist die Gefahr groß, dass der Trupp aufgrund eines leistungsschwachen Tieres einfach nicht in die Höhe zieht. Die mittlere Höhe ist die ideale Höhe, die der Kelebek erreichen kann. Zu einem hat er aufgrund der häufigen Axialdrehungen nicht die Power weiter nach oben zu ziehen, zum zweiten hat er in der mittleren Höhe genügend Spielraum nach unten um unfallfrei seine Spiraldrehungen oder die Axialdrehungen im Sturz zu absolvieren. Und zum Schluss ist auch das Gesamtbild für den Betrachter in der mittleren Höhe am schönsten. Es macht wenig Sinn sich Kelebeks in Oberluft anzuschauen. Da diese in dieser Höhe weniger spielen und man vom Flugbild eh wenig sieht.

Denn der Kelebek ist eine Drehflugtaube und das sollte nicht vergessen werden. Tauben die nur in die Höhe ziehen und dann auf das Droppen reagieren, indem sie rasant runter stürzen, gibt es schon!

Es sollte nicht vergessen werden, dass der Kelebek im Flug etwas außergewöhnliches zeigt.

Und das ist als Höhepunkt zweifelsfrei, die horizontale Axialdrehung!

Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.

Waldemar Schulz