Jens Nielsen, Fleckeby
Update: 05.04.12
Geflügel-Börse Ausgabe Nr. 7 vom 06.April 2012
In dieser Ausgabe ist ein Erfahrungsbericht von meinem Freund Jens aus Fleckeby
Jens Nielsen; mittlerweile die Nummero Uno in Sachen Kelebek und Kelebek-Berichten!
Titel: Kelebek; lassen sich nach Hause bringen
Wer kennt ihn, seine Kelebek oder seine Home Page nicht?
http://www.rollertauben.de/index.html
Geradeheraus und immer auf den Punkt, seine spannenden Geschichten oder Erfahrungsberichte über seine Lieblingsrasse.
Jens bester Ausspruch:
Kelebek sind Tauben, die Spaß machen!
Orientalische Roller und Spielflug-Sturzflieger Kelebek
an der Schlei, Tauben aus dem Orient
Kelebek-Spielflugtauben Feb.2012
von Jens Nielsen
In den letzten Jahren sind die Kelebek Spielflugtauben zu meinen Lieblingstauben geworden!
Sie besitzen, wie ich finde viele Vorzüge. Sie sehen schön aus, sind normalerweise sehr zahm, züchten sehr gut und ihre Art zu fliegen begeistert mich immer wieder aufs Neue.
Der Flug der Kelebek ist sehr unterschiedlich, variantenreich. Man kann nie sagen, die Kelebek müssen so oder so fliegen. Das ist doch auch jedem Züchter überlassen, wie diesem der Flug seiner
Kelebek persönlich am besten gefällt!
Als ich mit den Kelebek anfing, war ich der Meinung, dass es sich um reine Sturzflugtauben handelt. Sicher sie können Stürzen, und wie! Aber so nach und nach ist mir dann klar geworden, dass ihr eigentlicher Flugstil sehr, sehr vielseitiger ist. Heute ist mir das Stürzen nicht mehr so wichtig. Viel schöner ist es für mich, wenn so ein Trupp von 6-8 oder auch zehn und mehr Tauben gestartet werden. Wenn diese Kelebek dann ständig am Himmel rasant hin und her sausen, rauf und runter, blitzschnell drehen, kippen usw.
Dabei fliegt jede Taube für sich allein, trotzdem bleibt der Trupp zusammen wie in einem Mückenschwarm. Plötzlich fängt dann die erste Taube an in großen Schrauben runter zu drehen und ein Teil der Tauben folgt ihr, um dann wieder schell aufzusteigen.
Der Flug meiner Kelebek ist sehr verschieden, und auch jedes Mal wieder anders. Ich kann selten sagen, die fliegen jetzt so oder
so! Ich habe Kelebek, die steigen spielend so langsam immer höher, um dann unsichtbar für eine Zeit zu verschwinden. Nach einer Weile kommen sie dann wie aus dem nichts heraus in großen oder
kleineren Drehungen herunter gesaust. Eine nach der anderen. Manchmal hört man das Gefieder dabei rauschen. Das ist immer wieder phantastisch anzusehen und anzuhören!
Ich stelle im Laufe des Jahres immer verschiedene Trupps zusammen, und lasse diese Kelebek dann nacheinander fliegen. Diese Trupps sind verschieden groß, und auch die Art des Fluges ist
unterschiedlich. Sind die Trupps erst einmal gut zusammen eingeflogen, werden das Flugbild und die Art der Flugfiguren immer besser. Bis alle meine Trupps eingeflogen sind, zum Ende des Sommers
sind es immer so um die 7 Trupps in verschiedenen Größen von 6 bis 18 Tiere, das dauert natürlich eine gewisse Zeit. Da die Tauben auch im Schlag zusammen bleiben, und täglich aufgelassen werden,
sind sie nach einer Weile gut aufeinander eingespielt.
Waren nach einer Weile alle Tauben schon einmal in der Luft, lasse ich zum Schluss manchmal alle diese Tauben auf einmal auffliegen. Es sind dann so um die 40 bis 50 Kelebek! Das ist dann schon ein irrer Anblick, wenn diese Tauben dann hin und her rasen. Dieser Flug dauert aber meist nur wenige Minuten. Wie schon gesagt, meine Kelebek sind sehr verschieden in ihrer Flugweise, was von mir auch so gewollt ist. Ich habe Kelebek die steigen mit den anderen auf, fliegen eine Weile mit und stürzen dann, ganz eng um die eigene Achse sich drehend, im Wechsel von links nach rechts drehend senkrecht 100 und mehr Meter herunter. Man kann es schlecht beurteilen, aber so um die 10-20 Meter vor dem Aufschlag auf dem Boden, machen sie plötzlich einen Haken, und ziehen wieder aufwärts! Mir bleibt dann immer das Herz fast stehen!! Ich habe da einen Täuber, der ist jetzt im zweiten Jahr. Der hat im ersten Jahr kaum gedreht, nun aber im zweiten Jahr zeigt er diesen wahnsinnigen Sturz! Er macht es fast jedes Mal, und es ist immer gut gegangen. Ich habe ihn aber jetzt schon länger nicht, mehr gestartet. Ich habe auch Kelebek die im Trupp super mitfliegen, wird der Trupp dann gedroppt fliegen die allein und solo weiter. Ich habe da einen Täuber, der geht dann in die Punkthöhe, ist kaum noch auszumachen, und zieht da blitzschnell seine Kreise! Manchmal über eine halbe Stunde. Dann kommt er plötzlich senkrecht direkt auf die Schlaganlage, auch ganz eng drehend, runter geschossen, und landet dann meist auf dem Schlagdach. Stell Dir vor, er kommt fast aus der Punkthöhe senkrecht runter, ohne Unterbrechung! Wie viele Meter sind das? Ein Wahnsinnskerl ! Das schöne, er ist auch ein Super-Vererber. Alle seine Söhne fliegen ähnlich. Einige würden sagen: Der taugt nichts! Er reagiert nicht auf den Dropper! Ich halte ihn und seine Nachzucht aber mit zu den besten meiner Kelebek.
Ich habe aber auch Kelebek die in großen Schrauben runter segeln. Einige zeigen ganz enge Mühledrehungen. Sie drehen manchmal
auch sehr tief runter. Andere wiederum drehen sich, wie ein Ahornsamen!
Ich lege bei der Zucht meiner Kelebek Wert auf diese Vielseitigkeit. So gehen die Tauben bei mir erst im zweiten oder auch dritten Jahr erst in die Zucht. Hier züchte ich in verschieden Linien.
Ich züchte dabei immer in enge, und auch engste Inzucht. Nur die besten Tauben kommen in die Zucht, und diese guten Anlagen werden dabei immer weitervererbt. Somit summieren sich die gewünschten
Eigenschaften, und der Stamm wird immer besser. Das macht dann auch richtig Spaß zu sehen wie dieser Stamm immer besser wird!
Ich mache es genauso wie mit meinen Rassetauben!
Ein alter Züchter hat mal zu mir gesagt:"
Gute Tauben kann man sich besorgen.
Erstklassige Tiere muss man sich selber züchten!"
Erfahrungen und Gedanken
Feb.2012 Jens Nielsen, Fleckeby
